COACHING, BERATUNG, PROZESSBEGLEITUNG
Auch im Rahmen von Beratung und Coaching lassen sich hypnosystemische Anwendungen bestens nutzen. Wissenschaftlich verlässlich ist nachgewiesen, dass körperliche und seelische Symptome, die durchaus leidvoll erlebt werden, kein unabänderlicher und dauerhafter Zustand sind. Dies gilt auch, wenn es insbesondere vor dem Hintergrund einer längeren Leidensgeschichte subjektiv einen solchen Anschein haben mag. So sind wir eben nicht nur und nicht ständig ängstlich, depressiv, im Burnout oder dergleichen mehr.
Und schon gar nicht eignen sich solche Episoden um unveränderliche Persönlichkeits- oder Charaktereigenschaften der Betroffenen zu beschreiben. Dies ist ein entscheidender und fundamentaler Unterschied zum defizit- und pathologiegeleiteten Vorgehen in der Schulmedizin sowie auch in anderen psychotherapeutischen Verfahren.
Je nach Lebenssituation, privater und/oder beruflicher Belastung und abhängig von aktueller Widerstandskraft (Resilienz) kann es bei jedem von uns zu einem Prozess kommen, in dessen Verlauf die persönlichen Gestaltungsmöglichkeiten zu schwinden scheinen und schließlich nicht mehr zur Verfügung stehen.
Es kann aber keinesfalls darum gehen, unerwünschtes leidvolles Erleben „weg“ zu bekommen oder gar zu „eliminieren“. Dies würde auch niemals gelingen. Denn: „Was unbewusst oder unwillkürlich geschieht, ist immer schneller und stärker als das, was bewusst und willentlich gewählt wird“ (G. Schmidt).
Selbst wenn wir äußere Umstände im Alltagsleben nicht ändern können, gibt es immer die Möglichkeit, unsere innere Beziehung zu diesen Umständen zu gestalten und damit auch unser individuelles Erleben. Denn meist sind es nicht die Dinge an sich, die uns Menschen vor große Herausforderungen stellen. Es ist die Beziehung, die wir zu diesen Dingen entwickeln.
Eine wichtige hypnosystemische Prämisse ist, dass die Ressourcen zur Lösung all seiner Probleme in jedem Menschen bereits vorhanden, jedoch mit dem bewussten Verstand nicht immer zugänglich und nutzbar sind.
Daher nutzen wir vor allem auch unwillkürliche Prozesse und natürliche Trancezustände mit unterschiedlichsten hypnosystemischen Techniken, damit diese wieder reaktiviert werden und zur Verfügung stehen. Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, vom bisherigen Problem- zum Lösungserleben zu wechseln, indem sie lernen, ihre Aufmerksamkeit bewusst und unbewusst zu lenken und so ihre Erlebenswelt zu verändern.
Dieser beraterische/therapeutische Prozess wird gemeinsam mit den Betroffenen gestaltet, indem unterschiedliche Anregungen (Suggestionen) vorgeschlagen werden mit dem Ziel, Einfluss- und Wahlmöglichkeiten auf unwillkürliche, leidvolle Prozesse der Klienten zu erhöhen. Bedeutsam sind kontinuierlich erbetene Rückmeldungen der Klienten, um zu überprüfen ob die Vorschläge (noch) stimmig sind.
Zielsetzung und Wirkmechanismen moderner hypnosystemischer Therapie / medizinischer Hypnose
- Aktivierung gesundheitsfördernder innerer Veränderungsprozesse (selbstorganisiert / unbewusst-bewusst)
- Schaffung von Erlebnis- und Möglichkeitsräumen
- Re-Aktivierung vorhandener Kompetenzen und Ressourcen (Stärken, Fähigkeiten, kraftvolle Bewusstseinszustände, Talente, Gaben)
- Veränderung des problematischen Erlebens auf körperlicher, emotionaler, mentaler und Verhaltensebene
- Stärkung der persönlichen Autonomie über positive Beeinflussung unwillkürlich ablaufender Erlebensprozesse
- Stärkung von Resilienz (Widerstandsfähigkeit)
- Erlangung von Unabhängigkeit (gegenüber außen wie innen)
- Erfahrung von Selbstwirksamkeit, Selbstregulation, Selbstakzeptanz
- nachhaltiges Gestalten von gewünschtem Erleben
Wenn Therapie oder Psychotherapie nicht gewünscht wird:
Gelegentlich erscheint es Betroffenen aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll, sich nicht dahingehend zu outen, dass man zu einer „Psychotherapie“ gehe oder dies plane. Und es gibt auch Situationen, in denen dies sogar notwendig erscheint. Beispielsweise wenn befürchtet werden muss, dass eine „offiziell“ festgestellte „psychische“ Diagnose für berufliche Entwicklungen von Nachteil sein könnte. Als alternative Bezeichnungen bieten sich aus meiner Sicht an:
- die Meinung eines außenstehenden Fachmanns einholen
- lösungsorientierte Gespräche führen
- Beratung / Zusammenarbeit / Klärungshilfe / „so etwas wie Coaching“ im Umgang mit einer schwierigen Situation suchen
- sich eine Unterstützung durch externen Experten gönnen für das Erreichen eines persönlichen Zieles